Warum?

Aktueller Anlass ist die Unzufriedenheit an meinem jetzigen Arbeitsplatz, den ich erst vor wenigen Monaten angetreten habe. Ich fand hier nicht nur ähnliche, sondern noch schlechtere Arbeitsbedingungen vor als die im vorherigen Betrieb, weswegen ich diesen auch verlassen hatte.
In einem konservativen Familienbetrieb gibt es wenig Geld für viel Arbeit. Überstunden gelten als selbstverständlich und werden auch nicht gesondert vergütet. Man tritt als Bittsteller auf, wenn man den vertraglich geregelten Urlaub beantragen möchte Es ist kein Spielraum für neue Ideen vorhanden, es wird alles so gemacht wie es immer war und wie der Chef es haben will. Flexibilität und Innovation sind Fremdwörter. Einen Betriebsrat gibt es nicht und wird es auch nie geben. Als Arbeitnehmer in solchen Betrieben ist man den Launen und der Willkür des Chefs auf Gedeih und Verderb ausgesetzt.
Und das alles möchte ich mir nicht mehr länger antun.

Hinzu kommt, dass ich im Berufsleben nur selten glücklich war. Neben den genannten Rahmenbedingungen an den jeweiligen Arbeitsplätzen störte mich mit fortschreitenden Jahren vor allem die Enge des Büros, das Eingesperrtsein auf wenige Quadratmeter, die Fremdbestimmung. Andere entschieden, was ich zu denken hatte.

Obendrein ließ mich meine derzeitige recht gute finanzielle Situation den Sinn der Tätigkeit immer mehr in Frage stellen – warum soll ich meine kostbare Lebenszeit weiterhin Dingen opfern, die mir selbige so schwer macht, wenn ich das nicht mehr zwingend brauche

Ich habe die Entscheidung getroffen. Und umgesetzt.

30.4.07 22:26, kommentieren

Der Ausstieg

Ich habe es gewagt: Nach langjähriger, vornehmlich vollzeitlicher Berufstätigkeit habe ich den ungeliebten Job an den Nagel gehängt. Einfach gekündigt in einer Zeit, wo man doch froh sein sollte, überhaupt einen Arbeitsplatz zu haben.

Mein Weg führt in eine ungewisse Zukunft, denn eine neue Stelle habe ich nicht und zur Zeit nur ungefähre Vorstellungen von meinem weiteren Leben. Große finanzielle Sorgen muß ich mir zum Glück nicht machen, meine Einkünfte aus Kapitalerträgen reichen für einen bescheidenen Lebensunterhalt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

30.4.07 22:19, kommentieren