Die Geschichte von Frau M.

Frau M. war eine frühere Kollegin von mir und als ich seinerzeit mit ihr zusammenarbeitete, 56 Jahre alt. Frau M. war frischgebackene Omi, wohnte mit ihrem Mann in einem hübschen kleinen Eigenheim in einer idyllischen Gegend. Frau M. hatte außerberuflich vielerlei Interessen und auch ansonsten ein erfülltes Privatleben. Sie verdiente in der Firma wenig Geld und ihr Job war von Eintönigkeit geprägt. Irgendwann zu dieser Zeit ging ihr Mann in Rente und ich fragte Frau M, warum sie denn noch weiter arbeiten gehe, das bräuchte sie doch gar nicht. . (Ich wusste, dass das Ehepar M. neben Einkünften aus Rente und Arbeit auch noch welche aus Vermietungen und Verpachtungen hatte). Frau M. antwortete „Wegen der Rente“ Genau genommen wegen der Abschläge, die sie in Kauf nehmen muß bei früherem Renteneintritt, ihre Anwartschaft hatte sie nach fast 40 Berufsjahren ja mehr als erfüllt. Für mich war das absolut unverständlich.
Irgendwann wurde Frau M. schwer krank – die Diagnose lautete Krebs. Nach langem Kranknhausaufenthalt und Chemotherapie machte sie noch eine Wiedereingliedeungsmaßnahme, die dann aber auf Grund ihrer sich weiter verschlechternden Situation scheiterte. Kurze Zeit später – kaum nach ihrem 60. Geburtstag – starb Frau M. Ihre Rente hat sie nie in Anspruch genommen.

2.5.07 12:54

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